Wie wir handeln

Allgemein

Das Engagement von „Pädagogen für Menschenrechte e. V.“ gründet auf den Grundsätzen der UN-Kinderrechtskonvention, der „Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte“ sowie des „Internationalen Pakts über wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte“ (ICESCR), deren Umsetzung im pädagogischen Alltag wir nachdrücklich in der öffentlichen bildungspolitischen Debatte einfordern. Wir arbeiten Verstöße gegen diese Grundsätze heraus und wirken für ein menschlicheres Lernen und Lehren.

Wir unterstützen Kollegen im beruflichen Kontext durch Beratung, Vernetzung und die Bereitstellung von Informationen und fördern nachhaltige und neue Bildungskonzepte, die den Grundsätzen unseres Engagements entsprechen. Darüber hinaus erarbeiten wir Stellungnahmen und Positionspapiere zu aktuellen bildungspolitischen Themen.

In einem ersten Schritt werden wir die Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf das Bildungssystem und die dort zusammenkommenden Menschen erheben. Dazu befragen wir Schüler, Eltern und Pädagogen. Wir dokumentieren und bündeln Erfahrungsberichte, bewahren Erinnerungen und engagieren uns im Sinne des Lernens aus den Fehlern und Fehleinschätzungen der vergangenen Jahre.

Unser Schreiben zum Internationalen Tag der Kinderrechte (20.11.2024) an verschiedene Menschenrechtsorganisationen, Kinderschutzbünde, Ministerien und alle Fraktionen in den Ländern und im Bund

Anlässlich des Internationalen Tags der Kinderrechte am 20. November 2024 haben wir Politiker und Funktionsträger verschiedener Kinderhilfs- und Menschenrechtsorganisationen mit Nachdruck auf die durch die Corona-Maßnahmen erfolgten Kindeswohlverletzungen im Bildungssystem und massiven Schäden bei Kindern und Jugendlichen hingewiesen. Exemplarisch veröffentlichen wir unser Schreiben an das Ministerium für Bildung und Kindertagesförderung in Schwerin (Mecklenburg-Vorpommern). Frau Ministerin Simone Oldenburg ist aktuell (2025) auch Präsidentin der Bildungsministerkonferenz. Mittlerweile stehen wir im Austausch mit Terre des Hommes Deutschland e. V. und mit Politikern aller Fraktionen unseres Landes.

Die Antworten auf unser Schreiben fallen sehr unterschiedlich aus und werden in einem ersten Fazit im Juni / Juli 2025 zusammengefasst und auch an dieser Stelle veröffentlicht.


Unser Schreiben an den Bundesgerichtshof (BGH) zum Fall des Familienrichters Christian Dettmar

An dieser Stelle veröffentlichen wir unser Schreiben an den Bundesgerichtshof in Karlsruhe zum Fall des Familienrichters Christian Dettmar vom 31.10.2024.

Im April 2021 kippte Herr Dettmar die Abstands-, Masken- und Testpflichten an zwei Weimarer Schulen, da er diese als kindeswohlgefährdend einstufte. Das insgesamt 192 Seiten lange Urteil umfasste drei wissenschaftliche Gutachten von Frau Prof. Ines Kappstein, Frau Prof. Ulrike Kämmerer und Herrn Prof. Christof Kuhbandner. Das Weimarer Urteil wurde noch vor seiner Umsetzung aufgehoben. Anstelle einer inhaltlichen Auseinandersetzung wurden bei Herrn Dettmar, bei allen Gutachtern sowie zum Teil auch Freunden oder Bekannten des Richters Hausdurchsuchungen vorgenommen. Am 20.11.2024 wurde Herr Dettmar rechtskräftig wegen Rechtsbeugung zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Wir als Pädagogen für Menschenrechte sind über das beschriebene Vorgehen sowie die Verurteilung von Christian Dettmar schockiert und kritisieren diese aufs Schärfste. Aus unserer Sicht verdient Herr Dettmar tiefe Anerkennung dafür, dass er seine Arbeit als Familienrichter ernst genommen und im Sinne der UN-Kinderrechtskonvention, der Landesverfassungen und Schulgesetze das Kindeswohl maßgeblich berücksichtigt hat. Sein Vorgehen ermutigt und bestärkt uns in unserem Engagement.


Offener Brief anlässlich des 5. Jahrestages der Schulschließungen (16.03.2020)

An dieser Stelle veröffentlichen wir den offenen Brief des Pädagogischen Netzwerkes an Lehrergewerkschaften und Elternverbände, darunter

die Landeselternvertretungen,
die Bundeselternvertretung,
die Gewerkschaft für Erziehung und Wissen (GEW),
der Deutsche Philologenverband (DPhV),
der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR),
der Bundesverband der Lehrkräfte für Berufsbildung (BVLB),
und der Deutsche Lehrerverband (DL).

Die Länge der Schulschließungen ist zum derzeitigen Zeitpunkt (April 2025) die einzige Maßnahme, die von Verantwortlichen als Fehler auch öffentlich eingestanden wird. In dem Brief werden entscheidende Fragen gestellt und eindringliche Appelle formuliert, die wir als Pädagogen für Menschenrechte vollumfänglich unterstützen. Wir danken dem Pädagogischen Netzwerk für die Zusammenarbeit und seinen wertvollen Beitrag zur Aufarbeitung der Corona-Maßnahmen im Bildungssystem.

***

Sehr geehrte Mitglieder der Landeselternvertretungen,
sehr geehrte Mitglieder der Bundeselternvertretung,
sehr geehrte Mitglieder der GEW,
sehr geehrte Mitglieder des Deutschen Philologen Verbandes,
sehr geehrte Mitglieder des Verbandes Deutscher Realschullehrer,
sehr geehrte Mitglieder des Bundesverbandes der Lehrkräfte für Berufsbildung,
sehr geehrte Mitglieder des Deutschen Lehrerverbandes,

anlässlich des 5. Jahrestages der Schulschließungen (16.03.2020) möchten wir Sie auf den aktuellen faktenbasierten Cicero-Artikel vom 16.03.2025 unseres Pädagogischen Netzwerks zur Aufarbeitung der Corona-Krise zur Lektüre und zur Revision von Art, Umfang und Zeitpunkten verfügbaren Tatsachenwissens und dem weitestgehend unreflektierten Vollzug von Corona-Maßnahmen in deutschen Schulen zu Lasten von Kindern und Jugendlichen hinweisen: https://www.cicero.de/kultur/fuenf-jahre-schulschliessungen-corona-aufarbeitung.

Für weitere Informationen zu der Arbeit des Pädagogischen Netzwerks und weiterführender Informationen besuchen Sie gerne das frei zugängliche Online-Padlet: https://padlet.com/netzwerkaufarbeitung/netzwerk-p-dagogische-aufarbeitung-der-corona-zeit-kow5p1819im4so0l.

Ferner erlaube ich mir, Sie auf folgende faktenbasierte Publikationen zum Thema zu verweisen:

Hiermit möchten wir unser Angebot für eine Teilnahme an einer tatsachengestützten, ergebnisoffenen und umfassenden Analyse der staatlichen Corona-Politik, der darauf basierenden Maßnahmen und Umsetzungen in deutschen Schulen erneuern. Dies ist die notwendige Grundlage für eine angstfreie Debatte, bei der maßgeblich die geschädigte Schülergeneration zu Wort kommen muss, um die verstörenden Erlebnisse der Corona-Jahre – ausgerichtet an den 3 Prinzipien des Beutelsbacher Konsenses – zu verarbeiten und wichtige Erkenntnisse über Ursachen und Wirkungen zu gewinnen.

Überwinden Sie endlich die nachfolgenden Verteidigungsreflexe:

  1. Wir haben nichts falsch gemacht.
  2. Wir haben mit dem besten Wissen von damals gehandelt.
  3. Die Verantwortung für das unter Kindern und Jugendlichen in deutschen Schulen durch die Corona-Maßnahmen angerichteten Schäden tragen andere.
  4. Wir haben nur gesetzliche Vorgaben, landesrechtliche Verordnungen und Anweisungen des Dienstherrn ausgeführt.
  5. Die Ausübung des beamtenrechtlichen Remonstrationsrechtes hätte keinen Sinn gehabt.
  6. Die Corona-Krise ist für uns vorbei. Ein Rückblick ändert nichts mehr.

Eine zentrale Erkenntnis ist, dass man immer etwas gegen staatliches Unrecht – sei es auch in landesrechtliche Verordnungen, Dienstanweisungen etc. eingekleidet – tun kann und ab einem bestimmten Punkt auch tun muss (Art. 20 Abs. 3 GG, § 63 BBG, § 36 BeamtStG).

Wie weit und wie lange hätten die staatlichen Eingriffe in die körperliche und psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in der Corona-Krise danach noch gehen dürfen, bevor Eltern, Pädagogen, Pädagoginnen und Schulleitungen mit den Mitteln der demokratischen Rechtsordnung öffentlich Widerstand geleistet hätten?

Vergessen, Verschweigen und Verdrängen ist keine angemessene Reaktion auf den regelrechten gesellschaftlichen Systemabsturz in die Unmenschlichkeit der Jahre 2020 ff., der von den Verantwortungsträgern – zu denen wir alle als Teil dieser Gesellschaft zählen – nicht einmal gegenüber Kindern und Jugendlichen gestoppt wurde. Ein wichtiges Element der Erziehung und der menschlichen Gesellschaft besteht darin, einen objektiv-kritischen Blick auf das eigene Verhalten in der Vergangenheit zu werfen, im Falle von Fehlern daraus zu lernen und Verantwortung für schuldhaftes Verhalten mit schädlichen Folgen zu übernehmen. Genau das erwarten wir jeden Tag von unseren heranwachsenden Kindern und Jugendlichen.

Ich rufe Sie daher auf, sich der gemeinsamen Verantwortung von Eltern- und Lehrerschaft gegenüber unseren Kindern und Jugendlichen zu stellen. Denn die durch die Corona-Politik geschädigten heranwachsenden Kinder und Jugendlichen der Jahre 2020 bis 2023 werden sehr bald kritische Fragen an Staat und Gesellschaft richten und Antworten mit Substanz verlangen. Dieser Verantwortung wird mit dem Versuch kollektiver gesellschaftlicher Verdrängung nicht zu entgehen sein.

Eine chronologisch tatsachengestützte, offene und ehrliche Aufarbeitung der Corona-Krise in deutschen Schulen wird für alle Beteiligte wertvolle Erkenntnisse, aber auch Verständnis für die jeweiligen Positionen und bislang unterdrückte Lernprozesse ermöglichen. Entscheiden Sie, ob dies künftig mit Ihrer oder ohne Ihre Beteiligung stattfinden soll.

Eine entsprechende Nachricht erfolgte an sämtliche Landeselternvertretungen, die Bundeselternvertretung und die GEW. Für etwaige Rückfragen stehen wir gern zur Verfügung.


Pädagogisches Netzwerk zur Aufarbeitung der Corona-Krise

Sebastian Lucenti
(Rechtsanwalt / Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht)

Stefanie Raysz

Bernd Schoepe

Alexander Wittenstein

Prof. Dr. Michael Klundt

Marc Bernot

Cordula Henning

Befragung zu den Corona-Maßnahmen in pädagogischen Kontexten (Lehrkräfte)

Die Corona-Maßnahmen in Schulen haben in den Jahren 2020 bis 2023 neben Einschränkungen, Nachteilen und Leid für Kinder und Jugendliche auch bei uns Lehrkräften tiefe Spuren und Wunden hinterlassen. Nicht wenige haben sich entschlossen oder wurden gezwungen, ihren zuvor geliebten und mit Freude und Tatkraft ausgeübten Beruf aufzugeben. Unsere Beweggründe, Erfahrungen und Schicksale bleiben jedoch im Dunkeln, und wir können nur erahnen, wieviele Kollegen in ähnlicher Weise mit den negativen Auswirkungen der Corona-Maßnahmen auf das Bildungssystem und die dort tätigen Menschen zu kämpfen hatten und haben.

Mit den hier vorliegenden Fragebögen (wahlweise Kurz- oder Langversion) wollen wir systematisch erheben, zusammentragen und dokumentieren, was Lehrkräfte in den vergangenen Jahren in Schulen erlebt haben.


Das Ausfüllen der Fragebögen kann anonym erfolgen, der Versand erfolgt per Post an:

Pädagogen für Menschenrechte e. V.
Postfach 26 11 13
55057 Mainz

Wer vor dem Hintergrund dieser Erhebung mit uns in Kontakt treten möchte, kann am Ende der Fragebögen eine Kontaktmöglichkeit angeben. Wir werden uns dann zeitnah zurückmelden. Für sonstige Rückfragen: kontakt@pfm-ev.de.

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